Microsoft steckt mitten in einem tiefgreifenden internen Wandel — und die Kosten dafür werden für Anleger zunehmend spürbar. Führungswechsel, eine reorganisierte Personalstruktur und eine aggressive Expansion der KI-Infrastruktur treffen auf wachsende Skepsis des Marktes.
Zum 31. März verlässt Lindsay-Rae McIntyre, bisher Chief Diversity Officer, das Unternehmen. Gleichzeitig fusioniert Microsoft seine HR-Teams zu einer neuen Einheit namens „People & Culture" unter Leitung von Leslie Lawson Sims. Chief People Officer Amy Coleman begründet den Schritt als notwendige Anpassung im Zuge der „KI-getriebenen Transformation" des Konzerns.
Diese Umstrukturierung reiht sich in frühere Führungsveränderungen ein. Seit Oktober 2025 leitet Judson Althoff als CEO das kommerzielle Geschäft von Microsoft und soll Vertrieb, Engineering und Marketing stärker verzahnen — mit dem Ziel, die KI-Strategie schneller in marktfähige Produkte zu übersetzen.
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Parallel dazu baut Microsoft seine Rechenzentrumskapazitäten weiter aus. Am Freitag gab das Unternehmen bekannt, ein Bauprojekt in Abilene, Texas zu übernehmen, das OpenAI nicht weiterführen wollte. Gemeinsam mit dem Entwickler Crusoe entstehen dort zwei neue „AI Factory"-Gebäude sowie ein eigenes Kraftwerk — direkt neben einem der größten KI-Komplexe der USA.
Die Investitionen haben ihren Preis. Analysten rechnen für das Geschäftsjahr 2026 mit Kapitalausgaben von rund 146 Milliarden Dollar. Hinzu kommt ein Einstellungsstopp in der Cloud-Sparte und im nordamerikanischen Vertrieb, den Microsoft am Donnerstag bestätigte. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 23 Prozent im Minus und markierte zuletzt ein neues 52-Wochen-Tief.
Der Markt wartet auf einen Beweis, dass die enormen Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur irgendwann in belastbaren Margen münden. Microsofts Quartalsergebnisse für das laufende Geschäftsjahr dürften zeigen, ob sich die Strategie zu rechnen beginnt.
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