Die SPD verdichtet ihre Mitarbeiter auf drei Etagen und stellt ganze Stockwerke zur Vermietung frei. Das teilte Generalsekretär Tim Klüssendorf am Montag mit. Ziel ist eine moderne Kampagnenzentrale bis zur nächsten Bundestagswahl.
Bislang prägen lange Flure und kleine Einzelbüros das Willy-Brandt-Haus. Diese Struktur soll komplett überarbeitet werden. Künftig bündelt die SPD ihre Belegschaft auf der vierten, fünften und sechsten Etage.
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Das vierte Stockwerk wird zum Herzstück: Hier sollen alle Mitarbeiter für externe Kommunikation und Außendarstellung zusammenrücken. Die Parteiführung erhofft sich schnellere Absprachen und kürzere Wege. Anschließend folgen die Modernisierung der fünften und sechsten Etage für Leitung, Verwaltung und Programmarbeit.
Die Verdichtung hat konkrete Folgen: Die komplette dritte Etage des Willy-Brandt-Hauses wird geräumt. Diese Flächen will die SPD künftig an externe Unternehmen vermieten. Damit schließt sich das Stockwerk dem bestehenden Konzept an – die ersten beiden Etagen sind bereits an Dritte vergeben.
Die Strategie geht noch weiter: Auch das benachbarte Paul-Singer-Haus wird in weiten Teilen frei. Derzeit dort untergebrachte Mitarbeiter ziehen zurück ins Hauptgebäude. Die parteieigene Vermietungsgesellschaft kann so zusätzliche Premiumflächen in bester Kreuzberger Lage anbieten.
Die Pläne lösen innerhalb der Belegschaft gemischte Reaktionen aus. Jüngere Angestellte begrüßen den Wechsel zu einer offeneren Arbeitsatmosphäre. In anderen Teilen der Mitarbeiterschaft gibt es Vorbehalte gegenüber der Verdichtung und dem möglichen Verlust von Einzelbüros.
Die Parteiführung befindet sich in intensiven Gesprächen mit dem Betriebsrat. Man sucht nach tragfähigen Lösungen für die verschiedenen Bedürfnisse. Offiziell steht nicht die Finanzierung, sondern eine zeitgemäße Organisationsstruktur im Vordergrund. Dennoch rechnet die Partei mittelfristig mit zusätzlichen Mieteinnahmen in mittlerer sechsstelliger Höhe.
Der Umbau markiert einen Wendepunkt für das Willy-Brandt-Haus. Im Mai feiert der markante Bau mit seiner schiffsförmigen Spitze sein 30-jähriges Bestehen. Architekt Helge Bofinger entwarf es bereits in den neunziger Jahren als offenes Haus mit gemischter Nutzung.
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Diese Philosophie wird nun konsequent fortgeführt. Die Trennung zwischen politischer Nutzung in den oberen und gewerblicher Vermietung in den unteren Etagen schafft klare Strukturen. Gleichzeitig positioniert sich die SPD als professioneller Akteur auf dem Berliner Gewerbeimmobilienmarkt.
Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Zuerst entsteht auf der vierten Etage das neue Kommunikationszentrum. Anschließend rollt die Sanierungswelle weiter nach oben.
Parallel startet die Vermarktung der freien Flächen im dritten Stock und im Paul-Singer-Haus. Der gesamte Umbauprozess soll deutlich vor 2029 abgeschlossen sein. Bis zur übernächsten Bundestagswahl will die SPD mit einer vollständig modernisierten und hochfunktionalen Kampagnenzentrale in den Wahlkampf ziehen.
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